Lifestyle

Nachhaltigkeit lernen

13. November 2015
Wir kaufen, konsumieren und nur die wenigsten machen sich darüber Gedanken wo das Erzeugnis herkommt. Wo wurde es produziert, wer hat es gefertigt und wie ist es überhaupt zu mir in die Nähe gekommen? Für uns ist es selbstverständlich, dass wir 365 Tage im Jahr frische Bananen im Supermarkt finden und das wir ein Tshirt bei Primark für 2 € kaufen können. Ja, wir regen uns sogar auf, wenn das Brötchen beim Bäcker plötzlich wieder 2 Cent teurer wird. Doch für welchen Preis?

Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?
Für mich ist Nachhaltigkeit wirklich schwer zu fassen und zu definieren. Sind Bio Kiwis aus Neuseeland wirklich nachhaltig? Können sie das bei dem Transportaufwand überhaupt sein? Kann ich ohne schlechtes Gewissen die in Plastikfolie eingepackte Biogurke kaufen, weil sie ja schließlich Bio ist und ich damit sicherlich was Gutes tue?

Es gibt immer irgendeinen Haken. Bio-Bananen sind in Plastikfolie eingepackt. Das ist für mich weder Bio noch nachhaltig. Meine Kleidung wird in Fabriken produziert, die den Arbeitern einen Hungerlohn zahlen und die den schlimmsten Chemikalien ohne Schutz ausgesetzt sind. Die Eier vom Markt sind aus Bodenhaltung und ich kann sicher sein, dass die Hühner trotz des regionalen Anbieters nicht das schönste Leben führen. Mich widert der Gedanke an. Für mich soll niemand leiden und kein Tier qualvoll leben.

Der ökologische Fußabdruck

Habt ihr mal euren ökologischen Fußabdruck ausgerechnet? Er ist erschreckend! Bei fast jedem den ich kenne würde man mehrere Erden benötigen, wenn alle Menschen so leben würden wie wir. Es gibt aber keine zweite Erde. Wir haben nur diese eine und wir sollten endlich lernen, dass es schon die Kleinigkeiten sind, die zumindest ein bisschen mehr Nachhaltigkeit in unser Leben bringen.

Was kannst du tun?

1. Vermeide Verpackungen
Ich hasse nichts mehr als Obst in Plastiktüten zu kaufen. Es ist absolut unnötig und totale Verschwendung. Ich kaufe grundsätzlich alles lose. Auch wenn dann 6 Äpfel lustig durch den Einkaufswagen rollen und ich beim Auspacken länger beschäftigt bin. Kein Mensch braucht diese Plastiktüten.

2. Bio ist nicht gleich nachhaltig
Wenn du denkst du bist gut dabei, weil du nur Bio Produkte kaufst, dann denk nochmal drüber nach. Ist eine Bio-Mango wirklich nachhaltig bei dem langen Weg, den sie zurückgelegt hat?

3. Müll trennen
Abfall zu trennen ist kinderleicht und raubt dir kaum Zeit. Es ist lediglich die Faulheit, die dich dazu treibt nicht auf die Mülltrennung zu achten. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du richtig trennst, dann schau hier nach.

4. Second Hand
Es muss nicht immer alles neu sein. Vintage und Second Hand sind absolut modern und eine gute Ansage gegen den Konsumwahnsinn. Ebay, Kleiderkreisel und Medimops machen es möglich.

5. Regional und Saisonal
Nichts Neues, aber trotzdem viel zu selten gelebt. Druck dir einen kleinen Kalender aus, aus dem ersichtlich wird, welche Produkte gerade in Deutschland Saison haben, überlege dir passende Rezepte und kaufe sie entweder auf dem Markt oder im Supermarkt (Achte dabei auf die Länderkennzeichnung).

6. Tierische Produkte
Muss es jeden Tag Fleisch geben? Brauchst du unbedingt Kuhmilch in deinen Kaffee? Tut es nicht vielleicht auch Sojamilch? Und ist das Ei am Sonntag ebenso nötig, wie der dicke Braten? Reicht es nicht einmal die Woche Fleisch zu essen, wenn du schon nicht völlig verzichten möchtest? Es gibt tolle Gerichte mit Tofu oder gänzlich ohne tierische Produkte. Versuche es wenigstens mal und sei unvoreingenommen.

 

Ich hoffe, dass ich auch dich ein wenig wachrütteln konnte mit dem Post und würde nun gerne von euch wissen:

Kümmert ihr euch um Nachhaltigkeit? Was tut ihr? Könnt ihr noch etwas empfehlen?

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2 Comments

  • Reply Judith 14. November 2015 at 09:09

    Schöner Artikel mit vielen wichtigen Punkten die auch relativ leicht umzusetzen sind. Ein kleiner Denkanstoß aber zur Soja- statt Kuhmilch: gilt hier nicht das gleiche wie bei der Bio-Flugmango? Lieber regional statt aus der anderen Ecke der Welt? Und dann aber keine Discounter-Milch sondern von kleinen, lokalen (teureren) Marken/Anbietern?
    LG,
    Judith

    • Reply Administrator 15. November 2015 at 11:38

      Hallo Judith, mit den Sojaprodukten hast du leider vollkommen recht. Darüber habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht… 🙁 Einen lokalen Milchanbieter kenne ich bislang nicht, werde mich aber auf jeden Fall einmal umschauen. Danke für den Anreiz!

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